Mythos - Glyzerin trocknet die Haut aus!

Seit Jahren hat Glycerin den Ruf weg, die Haut auszutrocknen. Stimmt das überhaupt? Ja und nein. Wie bei so vielen Inhaltsstoffen kommt es auch hier auf die richtige Konzentration und Kombination an.

Die Grundsätzliche Funktione von Glyzerin

Glycerin zieht Wasser wie ein Magnet an. Dieser Effekt ist erwünscht, denn er macht diesen Inhaltsstoff zu den besten Feuchtigkeitsspendern überhaupt. Woher stammt dann das Gerücht, dass Glycerin austrocknend wirken soll?

Da Glyzerin Wasser anzieht, ist es ihm egal woher das Wasser stammt, Hauptsache es ist leicht verfügbar.

Es kann aus drei Quellen stammen:

  • Wasser aus der Umgebungsluft (bei hoher Luftfeuchtigkeit).
  • Wasser aus anderen Inhaltsstoffen im Produkt.
  • In der Haut gespeichertes Wasser.
    Und hier liegt die Lösung! Denn bekommt das Glyzerin nicht genügend Wasser aus Quellen 1 und 2. holt es sich Wasser aus der Haut (aus den tieferen Schichten) und das soll nicht sein, denn so entsteht ein austrocknender Effekt.

Richtige Formulierung und passende Konzentration:

1. Grundregel

Glyzerin sollte immer mit anderen feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Allantoin, Hyaluronsäure, Harnstoff usw. zusammen in deine Pflege gemischt werden. Denn dann bindet es kein Wasser aus deiner Haut, sondern bedient sich am Wasser aus dem Produkt. In dieser Kombination befeuchtet Glyzerin deine Haut tief und langanhaltend.

Perfekt ist das z. B. für eine Urlaubspflege (feucht-warmes Klima). Im heimischen Winter hingegen solltest du extra pingelig auf eine gute Feuchtigkeitspflege achten, wegen der trockenen Heizungsluft.

2. Grundregel

Ist die passende Konzentration von Glyzerin in deinem Pflegeprodukt. Je mehr Glyzerin im Produkt enthalten ist, desto höher ist der Wasserbedarf. Ab einer zu hohen Konzentration lässt sich das in der Rezeptur irgendwann nicht mehr ausgleichen. Deshalb spielt auch die Dosierung des Glycerin eine wichtige Rolle.

Musst du nun Angst haben, dass dein Produkt mit Glyzerin die Haut austrocknet?

Nein! Die Kosmetikindustrie weiß das und formuliert entsprechend ihre Pflege und bei deiner eigenen Produktion solltest du einfach die o. g. Grundregeln beachten.

Der austrocknende Effekt stellt sich ein, wenn ein Produkt zu mehr als 10% aus Glyzerin besteht. Im Internet kusieren aber Informationen, dass erst ab 30% von einer austrocknenden Wirkung gesprochen wird. Dies stimmt aber nicht. Beachte die 10% Grenze.

Woran liegt das?

Konzentrationen bis 10% sind in der Hautpflege unbedenklich. Darüber verkehrt sich die Wirkung schrittweise ins Gegenteil bis es dann ab 30% wirklich kritisch wird. Bei Produkten für die Hautpflege liegt der Glyzerin-Anteil meist bei 3–5%, also deutlich im sicheren Bereich.

Woraus wird Glyzerin hergestellt?

Für herkömmliche Kosmetik wird Glyzerin tatsächlich oft aus Erdöl synthetisiert. Das Glyzerin aus natürlichen Quellen entsteht bei der Aufspaltung von natürlichen  Fetten, durch die Gewinnung aus Pflanzenölen, mitlerweile auch palmölfrei. Und daher stammt das Glycerin, das ich hier verlinke.

Für welche Hauttypen eignet sich Glyzerin?

Glyzerin ist ein natürlicher Bestandteil des Körpers. Beim Stoffwechsel werden permanent Fette verarbeitet, wobei Glyzerin als Nebenprodukt anfällt. Das wird dann bis in die Haut transportiert, wo es die Barrierefunktion unterstützt. Wenn es aus einer natürlichen Quelle kommt, ist Glyzerin sehr gut verträglich. Es ist allergenfrei und eignet sich auch für empfindliche Haut. Von daher also für alle Hauttypen geeignet. Natürlich profitiert die feuchtigkeitsarme Haut am meisten davon. Glyzerin hilft Wasser in tieferen Hautschichten zu speichern. Es wird ein zusätzliches Feuchtigkeitsdepot angelegt.

Also was ist nun mit dem Mythos?

Glyzerin versorgt die Haut mit Feuchtigkeit, wenn man sie in der richtigen Dosierung verwendet. Für die Haut 3-5%, dann strahlt deiner Haut wieder schön frisch und verbessert sogar die Elastizität in der zweiten Hautschicht. Wenn Deopts in der Haut erschaffen werden, kann die Feuchtigkeit auch nicht so leicht herausgewaschen werden.

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